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Jean-Jacques Gautier

«WESHALB STELLEN WIR UNS NICHT EINE INTERNATIONALE KONVENTION VOR, DIE, NACHDEM SIE DIE RECHTE DER GEFANGENEN DEFINIERT HAT, EINER UNABHÄNGIGEN KOMMISSION EIN BESUCHSRECHT EINRÄUMT, VERSEHEN MIT DEM RECHT DIESER KOMMISSION, DAS RESULTAT IHRER UNTERSUCHUNGEN ZU VERÖFFENTLICHEN, DIE DRINGENDEN MASSNAHMEN ZU ERGREIFEN UND SOGAR DIE STAATEN ODER DIE SCHULDIGEN FUNKTIONÄRE EINEM INTERNATIONALEN GERICHT ZU ÜBERGEBEN?»

Folter Menschenrechtskonventionen Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) Natur, Mensch und Gesellschaft Schulsprache

Leben

Jean-Jacques Gautier, geboren am 21. September 1912 in Genf, studierte Rechtswissenschaften und war zunächst als Rechtsanwalt und später als Privatbankier tätig. 1973 lancierte Amnesty International die erste Kampagne gegen Folter. Diese beeindruckte Gautier so sehr, dass er noch im gleichen Jahr seine Stelle als Privatbankier kündigte und sich fortan ausschliesslich der Verhütung der Folter widmete.

Einsatz für Menschenrechte

Gautier formulierte die Idee eines unabhängigen internationalen und nationalen Systems zur Inspektion von Gefängnissen. Statt auf Verstösse gegen das Folterverbot zu reagieren, könnten Folterungen dank dieser Überwachung verhindert werden. Dadurch sollte das Folterverbot im Dialog statt durch Konfrontationen mit Staaten durchgesetzt werden. 1977 gründete Gautier das Schweizer Komitee gegen die Folter (später Association pour la prévention de la torture). Das von Jean-Jacques Gautier vorgeschlagene Überwachungssystem wurde nach dessen Tod (1986) in der Europäischen Antifolterkonvention (1987) und im Fakultativprotokoll (OPCAT, 2002) zur UN-Anti-Folter-Konvention von 1984 völkerrechtlich verankert.

Porträt


Volltext

Primarstufe Sekundarstufe

Aktivitäten


Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) Natur, Mensch, Gesellschaft Schulsprache Primarstufe Sekundarstufe

Weiterfürende Links


UN-Sonderberichterstatter über Folter  Der Sonderberichterstatter kommuniziert mit Staaten betreffend Personen, die von Folter bedroht sind sowie betreffend gemeldeter Fälle von Folter, besucht Staaten um die Situation in diesen zu überprüfen und verfasst Berichte über seine Arbeit zu Händen der Menschenrechtskommission und der UN-Vollversammlung. Die Website des Sonderberichterstatters enthält Berichte, Stellungnahmen und Informationen zu aktuellen Ereignissen. (Englisch)

Europäisches Komitee zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe (CPT)  Das CPT ist ein Komitee des Europarats, das Hafteinrichtungen besucht, um zu prüfen, wie Menschen behandelt werden, denen die Freiheit entzogen ist. Im Anschluss an die Besuche werden Berichte verfasst.

Nationale Kommission zur Verhütung von Folter (NKVF)  Auf dieser Website finden sich neben Informationen zur NKVF auch Informationen zum Folterverbot und zur Folterprävention sowie zum Freiheitsentzug.

Association for the Prevention of Torture  Die Organisation setzt sich gegen Folter ein und verfügt diesbezüglich über weitreichende Informationen. Sie unterstützt Regierungen, Justizsysteme, Menschenrechtsinstitutionen und die Öffentlichkeit darin, sich gegen Folter und andere Misshandlungen einzusetzen. Die Webseite enthält auch Informationen über Jean-Jacques Gautier sowie eine Zusammenstellung von Texten, die Gautier verfasste. (Englisch/Französisch)

World Organisation against Torture (OMCT)  Die OMCT wurde 1985 gegründet und hat ihren Sitz in Genf. Sie vereinigt zahlreiche Nichtregierungsorganisationen im Kampf gegen Folter, willkürliche Hinrichtungen, das Verschwinden von Personen und andere Misshandlungen. Folteropfern wird medizinische, rechtliche und soziale Unterstützung zur Verfügung gestellt. Sodann wird weltweit eingegriffen, wenn Gefahrensituationen entstehen und besonders gefährdete Menschen wie Frauen, Kinder und Menschenrechtsaktivisten werden mit speziellen Massnahmen geschützt. OMCT verfasst auch Berichte über die Menschenrechtssituation in verschiedenen Ländern. Die OMCT verfügt über einen Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen, der Internationalen Arbeitsorganisation, der Afrikanischen Kommission der Menschenrechte und der Rechte der Völker, der Internationalen Organisation der Frankophonie und dem Europarat.(Englisch/Französisch)

Amnesty International  Die Website von Amnesty International enthält Informationen über Folter, Hinweise auf die geltenden internationalen Abkommen und aktuelle Berichte. Zudem wird spezifisch auf die Situation in Guantánamo eingegangen. Schliesslich hält Amnesty International auch die eigenen Forderungen (Ratifizierung internationaler Abkommen, Internationale Verantwortung, Offizielle Verurteilung der Folter, keine Haft ohne Kontakt zur Aussenwelt, keine geheime Haft, Schutzvorkehrungen für Verhör und Haft, gesetzliches Verbot der Folter, Untersuchung von Foltervorwürfen, Strafverfolgung mutmasslicher Folterer, keine Verwendung von unter Folter erzwungenen Aussagen, Ausbildung von Beamten mit Polizeibefugnissen, Entschädigung und Wiedergutmachung) explizit fest.

Support for Torture Victims  In der Schweiz lebende anerkannte Flüchtlinge, die von Folter, Krieg oder Vertreibung betroffen sind, sollen an Therapiestellen ihre traumatischen Erlebnisse aufarbeiten können. Zudem soll die Öffentlichkeit für diese Thematik sensibilisiert werden und so zu einem besseren Verständnis für Migranten und Migrantinnen beigetragen werden. Auf der Website vorhanden sind auch Informationen über Folter und Trauma.