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Ursula Brunner

«ICH WUSSTE, DASS ES BEIM GERECHTEN HANDEL UM MEHR ALS UM EINEN GERECHTEN ENDPREIS GEHT, AUCH WENN EIN SOLCHER SCHON EIN GROSSER ERFOLG WAR. WIR WAREN DAVON ÜBERZEUGT, DASS ES DARUM GEHT, EINE UMFASSENDE GERECHTIGKEIT IM WELTHANDELSSYSTEM ZU ERREICHEN.»

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Leben

Ursula Brunner wurde 1925 in Frauenfeld geboren. 1973 sah sie im Rahmen eines Diskussionsabends einen Film über den Bananenbau in Zentralamerika, der die dort herrschenden sozialen und ökologischen Missstände aufdeckte. Dieser Film beeindruckte Ursula Brunner und sie begann, sich für einen „gerechten Handel“, insbesondere bezüglich Bananen aus Entwicklungsländern, zu engagieren.

Einsatz für Menschenrechte

Ursula Brunner organisierte sich mit ihren Mitstreiterinnen. Ab 1973 sensibilisierte sie mit den sogenannten „Bananenfrauen von Frauenfeld“ die Öffentlichkeit für die Missstände im Bananenanbau. Anlässlich einer Aufklärungsaktion verteilten sie rund 600 Kilogramm Bananen, die sie auf Leiterwagen durch die Stadt zogen. Gleichzeitig verteilten sie Informationszeitschriften und sammelten Unterschriften. Drei Jahre später, 1976, reiste Brunner erstmals nach Guatemala um fair gehandelte Bananen in die Schweiz zurückzubringen. Es stellte sich jedoch heraus, dass es schwierig war, solche zu finden. Auf Druck von Brunner und ihren Mitstreiterinnen verkauften ab 1974 rund 100 Lebensmittelgeschäfte Chiquita oder Dole-Bananen mit einem Aufpreis von 15 Rappen pro Kilo. Der Erlös dieser Aufpreise kam nach Deckung der eigenen Kosten verschiedenen Schweizer Hilfswerken zugute, die Projekte in den Ländern Guatemala, Honduras und Kolumbien finanzieren konnten. Dieses Projekt war bis zum Nicaragua-Embargo durch die USA im Jahr 1985 aufrecht. Weil die Bananen aufgrund dieses Embargos ab 1985 nicht mehr direkt nach Kalifornien exportiert werden konnten, mussten sie fortan direkt nach Europa geschifft werden. Brunner fand Unterstützung durch einen Grosshändler in Marseille und konnte mit dessen Hilfe die sogenannten Nica-Bananen in die Schweiz importieren. Dies waren die ersten in der Schweiz erhältlichen Bananen, die unter gerechten Bedingungen produziert worden waren. 1997 kamen dann die Bananen von der Nichtregierungsorganisation Max Havelaar Stiftung, die 1992 von verschiedenen Schweizer Hilfswerken gegründet worden war, auf den Markt. Die Stiftung hat ebenfalls den Vertrieb von unter gerechten Bedingungen produzierten Produkten zum Ziel und vergibt diesen ein Fairtrade-Gütesiegel. Nach Einführung dieser Max Havelaar Bananen entschlossen sich die „Bananenfrauen“, den eigenen Handel einzustellen. Ursula Brunner und die „Bananenfrauen“ gelten heute als Pioniere des fairen Handels in der Schweiz.

Porträt


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Weiterfürende Links


Swiss Fair Trade  Swiss Fair Trade ist der Dachverband der Fair Trade-Organisationen in der Schweiz. Mittels Öffentlichkeitsarbeit informiert Swiss Fair Trade über Entwicklungen im fairen Handel. Sodann nimmt Swiss Fair Trade die Interessen des fairen Handels wahr und setzt sich für die Verbesserung der rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz ein.

Gebana Die Gebana AG ist eine schweizerische Organisation, die sich für gerechten Handel einsetzt.

Bananenfrauen  Die Website der Bananenfrauen beinhaltet Informationen über fairen Handel und Anlässe in diesem Zusammenhang.

Max Havelaar  Die Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) ist eine Non-Profit-Organisation, die in der Schweiz das Fairtrade-Label für nachhaltig angebaute und fair gehandelte Produkte vergibt. Website von Max Havelaar mit Informationen über Fair Trade und Produkte. Auch enthalten sind Rezepte.

Filmbericht über die Bananenfrauen  und die erste Leiterwagen-Bananen-Aktion in Frauenfeld, 19./20. Okt. 1973.

Fair unterwegs  Informationen über Fairen Handel im Tourismus.

Claro Fair Trade  Website von Weltläden in Zürich und Umgebung, die ausschliesslich Produkte aus fairem Handel verkaufen.

NZZ Artikel aus dem Jahr 2013.

SRF Fernsehsendung aus dem Jahr 2012.

SRF 1 Radiosendung aus dem Jahr 2010.